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Lebenskunde und Religion

Lebenskunde an der Mendel-Grundschule

Lebenskunde ist ein freiwilliges Weltanschauungsfach und wird vom Humanistischen Verband Deutschlands angeboten.

Die Themen, die behandelt werden, haben mit den grundlegenden Erfahrungen, Fragen und Hoffnungen aller Menschen zu tun: zum Beispiel Glück, Liebe und Sexualität, Familie, Freundschaft, Ehrlichkeit, Angst, Tod und Sterben, Mythen und Religionen der Welt, Umwelt, Zukunft... Die endgültige Themenauswahl wird möglichst gemeinsam mit den Schülern getroffen.

Die Schüler lernen über sich selbst, andere Menschen und die Welt nachzudenken. Sie können auch ihre Fantasie ausleben und ihrem kreativen Potential freie Bahn lassen. Die Kinder philosophieren, malen, basteln, singen, tanzen, drehen Filme und spielen Theater. Das Erfolgserlebnis, besonders nach einer Theateraufführung, steigert das Selbstvertrauen und die eigene Wertschätzung. Das alles wird von mehr als 300 Schülern, die am Lebenskundeunterricht teilnehmen, und ihren Eltern besonders geschätzt.



Evangelischer Religionsunterricht an der Mendel-Grundschule

An der "Mendel-Grundschule" gibt es seit 1998 Evangelischen Religionsunterricht. Die Schule allgemein hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern Wissen, Klärung und Orientierung in allen wesentlichen Lebensbereichen zu eröffnen. Deshalb ist Religionsunterricht auch für Kinder und Jugendliche wichtig, die selbst nicht glauben oder andere religiöse Überzeugungen vertreten, als ihnen im Evangelischen Religionsunterricht begegnen. Mit dem Religionsunterricht verbinden sich vier Bildungsaufgaben:

Die Welt verstehen: Unsere Lebenswelt ist durch die Bibel und die Traditionen des Christentums und anderer Religionen geprägt - in Literatur, bildender Kunst, Musik und Architektur, im Rhythmus des Kalenders und im Recht, in Werbung und Medien. Religionsunterricht erschließt religiöse Sprache und Symbole und macht mit den Ursprüngen von Festen und Gebräuchen der Weltreligionen vertraut. Was Schülerinnen und Schüler über Religionen, Kulturen und deren Geschichte lernen, hilft ihnen, sich in unserer Welt zu orientieren.

Nach Sinn fragen: Es gehört zum Menschsein, über Alltägliches hinaus zu fragen: Woher komme ich? Wozu lebe ich? Wohin gehe ich? Das sind Fragen ohne einfache Antwort. Religionsunterricht hilft, sie zu bedenken. Dabei können die Menschheitserfahrungen in den alten Texten und Erzählungen der Bibel lebendig werden, wenn Schülerinnen und Schüler sich mit ihnen auseinandersetzen. Es befähigt sie zu verantwortlichem Leben - in der eigenen Lebensgestaltung und im Zusammenleben mit anderen.

Über Glauben nachdenken: Menschen bekennen sich zu Gott - in vielen Religionen. Aber wo ist Gott? Warum verhindert er Unglück nicht? Im Religionsunterricht erfahren Schülerinnen und Schüler davon, wie Menschen nach Gott suchen oder ihn leugnen und auf welche Weise der Gottesglaube den menschlichen Allmachtsphantasien entgegensteht. Sie denken über Glück und Verantwortung, über Zweifel und Grenzen nach und lernen, gelebter Religion mit Toleranz und Respekt zu begegnen.

Für Menschenwürde eintreten: In einer Erfolgsgesellschaft zählt vor allem Leistung; doch viele geraten an den Rand oder leben im Schatten des Wohlstands. Aber die Würde des Menschen ist nicht von seiner Leistung abhängig! Religionsunterricht macht empfindsam für das Leid anderer und schärft den Blick für Benachteiligungen und Unrecht - im eigenen Lebensumfeld und weltweit. Er zeigt Möglichkeiten für persönliche Hilfsbereitschaft und die Förderung von Gerechtigkeit.

Evangelischer Religionsunterricht trägt zur Verwirklichung von Religionsfreiheit in der Schule bei. In Berlin ist Religionsunterricht ein freiwilliges Unterrichtsfach in der Schule. Die evangelische Kirche setzt sich dafür ein, dass Religionsunterricht zum Bestandteil einer Fächergruppe wird, so dass die Schülerinnen und Schüler zwischen einem ethisch-philosophischen und Werte vermittelndem Fach wählen können, aber an einem Fach auch teilnehmen müssen. Durch Zusammenarbeit der Fächer würde eine tolerante Wahrnehmung fremder Überzeugungen eingeübt und zum Dialog über religiöse Fragen befähigt.